ICH WILL NICHT NACH BERLIN! #KraftklubVoiceOff

Als nach dem Abitur die Frage aufkam, wie es weitergehen soll, war meine Antwort: erstmal weg, ins Ausland. Danach folgte ein Praktikum in Köln (ich hatte mich Deutschlandweit beworben – außer in München & Berlin, ich kann mit dem Münchner Dialekt einfach nicht arbeiten & Berlin war eh uninteressant für mich) und anschließend kam das Studium in Hamburg (ich hatte die Wahl zwischen einer Ausbildung in Frankfurt und dem Studium in Hamburg und entschied mich für Zweiteres). Warum? Weil ich Sehnsucht hatte. Sehnsucht nach dem Hafen, Sehnsucht nach Hamburg & dem ewigen Shietwetter und vor allen Dingen Sehnsucht nach der Stadt, die mich seit dem “Natural Born Chillas” Video vollends gecatched hatte…

Denn deine Großstadt ist hier ein Bezirk! #LiquitWalkerVoiceOff

Nach dem Studium flatterten ab und zu Jobangebote rein, größtenteils aus Berlin und ich sagte immer direkt ab, ohne mich groß damit zu befassen. Berlin war mir zu groß, zu dreckig und machte mir Angst. Diese Stadt die nie schläft, mit den Nächten, die Dich auffressen und gekonnt auskotzen, damit Du am Ende komplett gebrochen zurück in den Schoß Deiner Mutter torkeln kannst. Nein, das wollte ich mir nicht antun. Viel mehr hatte ich Spaß 1x im Jahr mit in den ICE zu setzen, damit ich in 1:38h in Berlin sein kann, nämlich zur re:publica. Ein bisschen Web 2.0 Konferenzluft schnuppern, ein bisschen Clubs auschecken, ein bisschen Restaurants abchecken, ein wenig mit Berliner Dudes & Dudettes an Spätis rumhängen & ein wenig shoppen um anschließend der Hauptstadt wieder für ein Jahr den Rücken kehren zu können. Berlin war nie eine Option und die Kollegen, die jedes 2. Wochenende in Berlin rumhingen und von Ihrem crazy Wochenende berichteten taten mir immer ein wenig leid – ich konnte nie verstehen, warum sie Hamburg den Rücken kehren nur um ein Wochenende in der Mutterstadt eskalieren zu können.

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Feierabend für die Straßengangs! #PeterFoxVoiceOff

Irgendwann kam dann mein Exfreund und das Thema Berlin auf. Er kam zwar nicht aus Berlin, aber aus beruflichen Gründen hätte er für ein Jahr genau dorthin gemusst und zum ersten Mal habe ich mich gefragt, ob Berlin wirklich keine Option ist. Nicht, weil ich wollte, sondern weil ich musste, der Liebe wegen. Damit ich nicht noch ein weiteres Jahr von Ihm getrennt bin, sondern wenigstens die Stadt mit Ihm teilen kann. Die Idee hat sich aber relativ bald zerschlagen. Nicht, weil ich mich nicht mit Berlin anfreunden konnte, sondern viel mehr, weil er keinen Bock mehr hatte. Somit war Berlin wieder von meiner Landkarte gestrichen…

Wir sind unfickbar und unendlichweit weg von wack, representen Strassenintellekt! #SeraFinaleVoiceOff

Gestrichen bis 2015… und dann ging alles ganz schnell. Mein Homie Julez zog nach Berlin und schwärmte mir von der City und den ganzen Konzerten vor, Vanessa trat in mein Leben und war getrieben vom Berlinweh und mein Job führte mich immer öfter zu dieser Stadt an der Spree. Langsam aber sicher  begann Berlin seine eigene Karte auf der Mappe meines Lebens zu zeichnen und diese Karte war schön und faszinierte mich… so sehr, dass ich eine Art Wanderlust in meinem kleinen Herzen anfing zu verspüren, Wanderlust nach Berlin!
Vanessa grinste nur, als ich Ihr davon erzählte – sie grinste und flüsterte beim skypen nur zärtlich – “siehst Du, dass ist dieses #Berlinweh ,von dem ich immer spreche”. Irgendwie fing ich an Berlin zu mögen, ich bekam Sehnsucht nach meinen Menschen dort, ärgerte mich, dass ich keine Dauerkarte für Alba Berlin habe und bei den Games live mitfiebern kann, war grumpy, weil meine Lieblingskonzerte & Rapper in Berlin rumhängen und noch enttäuschter, wenn Julez mir seine Saturday-Morning-Pancake Snaps schickt. Mir fehlt aber mindestens genauso die offene Art, die mir gegenüber die meisten Berliner an Tag legen. Und ich meinte damit nicht die anstrengende „Klaps auf den Po„-Offenheit, sondern die offene Art auf mich zuzugehen und mir anzusprechen. Und ausnahmsweise mal nicht mit: „Sag mal, wo kommen eigentlich Deine Eltern her?“

Was, wenn ich die vergangenen Jahre einfach nicht bereit für Berlin war und was, wenn es jetzt an der Zeit ist?
Was, wenn es nicht der Mythos, Liebe auf den ersten Blick ist, sondern etwas, was sich gesetzt und gefestigt hat? Was, wenn es wirklich Berlinweh ist?

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Über den Autor

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